Herkunftsgeschichte

Anfang der 90er Jahre war Eric Meeus aus Duffeln der einzige bekannte belgische Züchter,
der noch wenige reinrassige Exemplare dieser Kaninchen hielt. Der damalige Direktor des
Haustierparks Warder in Schleswig-Holstein, Dr. Jürgen Güntherschulze, erkannte die
Einzigartigkeit dieser Haustierrasse und holte 1992 zwei Zuchtpaare nach Deutschland
mit dem Ziel, diese Rasse vor dem Aussterben zu bewahren. Diese 4 Ausgangstiere sind
jene Ursprungstiere, von denen alle in Deutschland und Österreich vorkommenden
Bartkaninchen abstammen.

 

Nachzuchten dieser Tiere wurden an verschiedene ARCHE-Höfe in ganz Deutschland verteilt,
um das Überleben der Rasse im Falle von Krankheiten zu sichern. Besonders zu erwähnen
sei hier der ARCHE-Hof von Sonja Gehlen-Bremer in Wetter an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen),
die seit 1997 mit großem persönlichen und finanziellen Einsatz wohl den größten Beitrag
dazu geleistet hat, dass die Belgischen Bartkaninchen, wie sie in Deutschland genannt werden,
nicht ausgestorben sind.
Drei Zuchttiere kamen 1998 auf den ARCHE-Hof von Peter Neugebauer nach Südbayern
in die Nähe von Braunau am Inn. Wie sich später beim Vergleich mit den Ursprungstieren aus
dem Norden zeigte, hatten die bayerischen Bartkaninchen in Bezug auf Farbe und Mähnen-
wachstum eine ganz eigenständige Entwicklung  durchgemacht. Es ist wohl einem Glücksgriff
bei der Auswahl der Tiere zu verdanken, dass die Nachkommen aus diesen Verpaarungen
eine auffallend rötliche Deckfarbe besitzen, keine Fehlfarben vererben  und durch eine überaus 
üppige Mähne überzeugen.
Aus Krankheitsgründen musste Peter Neugebauer die Zucht von Bartkaninchen im Herbst 2000
aufgeben und Günther Färber aus Pfarrkirchen widmete sich fortan dem Erhalt der Bartkaninchen.
2004 war wohl das alles entscheidende Jahr für die Bartkaninchen. Im Norden gründeten einige
Mitglieder einen Erhaltungszuchtverein für das Belgische Bartkaninchen und in Bayern las 
man von deren Aktivitäten im Internet. Die Führung eines zentrales Zuchtbuches und somit die
Möglichkeit, gezielte Anpaarungen innerhalb des gesamten Bestandes vorzunehmen,
hat sicherlich dazu beigetragen, dass sich die Rasse langsam erholt hat und die Bestandszahlen
wieder in die Höhe gingen. Bis heute ist die Abstammung jedes einzelnen Tieres lückenlos bis 
zu den Ursprungstieren nachzuweisen.
Wie sich in den letzten 3 Jahren zeigte, haben die bayerischen Tiere in erheblichem Maße dazu
beigetragen, die Bestände im Norden zu stabilisieren und den Phänotypus zu verbessern.
Die ältesten bayr. Tiere, von denen Fotos existieren, sind Rammler Fritz, geb. 2000 aus der Zucht                     
von Günther Färber, Pfarrkirchen und Häsin Mimi, geb. 2001 von Familie Weikl, Passau.
                     
          1,0 Fritz gest. 7/2005                                                    0,1 Mimi  gest. 6/2005
Beide Tiere zeigen im hohen Alter (5 bzw. 4 Jahre, fotografiert kurz vor ihrem Tod)
noch einen ausgeprägten Kopfbart, während die Mähne an den Flanken fast vollständig
verschwunden ist.
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