Herkunftsgeschichte

15.8.1956     Der Belgier Raoul Verwulgen entdeckt bei einem Einsiedler in einem 
Waldstück im Dempartement Limousin, Mittelfrankreich, die ersten Bartkaninchen 
in Erdhöhlen. Als Zeichen der Sympathie schenkt ihm der Einsiedler ein Zuchtpaar 
und fortan widmet sich R.Verwulgen dieser Rasse. Jahrelang selektierte er die Nach-
kommen nach Größe und Behaarung. Seine Tiere wogen zwischen 4.5 bis 6 kg, manche
waren sogar noch schwerer.
1961 erstmalige Ausstellung unter dem Namen "Genter Bartkaninchen" (Gentse baarden).
Die Tiere erregten große Aufmerksamkeit und es wurden große Geldsummen dafür geboten.
Erschrocken durch die enorme Medien-Aufmerksamkeit zieht sich Raoul Verwulgen total 
aus dem Ausstellungskreis zurück. Trotz wiederholter Versuche gab die Familie keine 
Zuchtexemplare ab und so gerieten die Tiere schell wieder in Vergessenheit.
20 Jahre hindurch führten die Bartkaninchen ein Hinterhofdasein. Durch die Ausweitung 
seiner Gaststättenbetriebe konnte sich Raoul Verwulgen nicht mehr ausreichend um seine  
Bartkaninchen kümmern und so landeten letztendlich einige wenige Exemplare bei 
verschiedenen Züchtern,  wo sie  eher ein kümmerliches Dasein führten.
Erst als sich 1982 Ronny de Clerq von der Stiftung "Lebendiges Erbe" in Zingem (Belgien) der         

Bartkaninchen annahm, hat durch strenge Selektion die Anzahl der Tiere wieder zugenommen.

Sie besaßen zwar eine große Einheitlichkeit in Bezug auf Körperbau, Farbe und Behaarung,

jedoch nahm die Vitalität der Stämme durch die enge Inzucht rapide ab. Um das Überleben

der Rasse zu sichern, entschloss man sich zur Blutauffrischung mit rasselosen Kaninchen, 

die in Bezug auf Körperbau und Farbe den Bartkaninchen sehr ähnlich waren. Diese sog.

Verdrängungszucht (Häsinnen aus Kreuzungen zw. einem Bartkaninchen und einem rasse-

fremden Kaninchen) wurden mehrere Generationen hindurch immer wieder von einem

Bartkaninchenrammler gedeckt. Auf diese Weise stabilisierten sich die Zuchtstämme wieder          

für einige Zeit, ehe man sich dieser Methode wieder bedienen musste. Nicht immer war diese 

Methode allerdings in der Vergangenheit von Erfolg gekrönt. Mangels Zuchttieren wurde die 

Verdrängungszucht oft nicht konsequent bis zum Ende durchgeführt und als Resultat sind

auch heute noch Tiere im Umlauf, die kaum Mähne besitzen oder von ihrem Körperbau und 

Charakter her keinesfalls mehr einem echten Bartkaninchen gerecht werden.

                

Bei der Verdrängungszucht spalten die Jungtiere auf in reinrassige Bartkaninchen
und sog. "Anlageträger",  die im Alter von ca. 4 Monaten ihre Mähne bis auf ein paar         

Fransen verlieren. Vorher ist der Nachwuchs kaum zu unterscheiden, lediglich im

bei Neugeborenen ist der Unterschied noch deutlich sichtbar.

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